Ratgeber · Schimmelsanierung
Schimmel in der Wohnung: Was jetzt zu tun ist
Ein dunkler Fleck in der Zimmerecke, ein muffiger Geruch hinter dem Schrank: Schimmel ist ärgerlich – aber kein Grund zur Panik. Wichtig ist, in der richtigen Reihenfolge vorzugehen.
Erst die Ursache, dann der Fleck
Schimmel wächst dort, wo es über längere Zeit feucht ist. Wer nur den sichtbaren Belag entfernt, hat das Problem deshalb meist bald wieder. Die häufigsten Ursachen:
- Zu hohe Luftfeuchtigkeit – durch Kochen, Duschen, Wäschetrocknen oder einfach viele Menschen in wenigen Räumen.
- Kalte Wandbereiche – Außenecken, Fensterlaibungen oder Stellen hinter großen Möbeln, an denen sich Feuchtigkeit niederschlägt.
- Feuchtigkeit von außen oder aus dem Bauteil – etwa durch ein undichtes Dach, einen Leitungsschaden oder schadhafte Fugen.
Gerade beim letzten Punkt gilt: Erst muss der Schaden behoben sein, dann lohnt die Sanierung der Oberfläche.
Kleinen Befall selbst entfernen?
Nach Angaben des Umweltbundesamts können Bewohnerinnen und Bewohner kleineren, nur oberflächlichen Befall – zum Beispiel unter 0,5 m² – selbst beseitigen, sofern sie nicht allergisch auf Schimmelpilze reagieren. Dabei gilt:
- Handschuhe und eine Atemschutzmaske tragen und den Raum gut lüften.
- Den Belag nicht trocken abbürsten oder abschleifen – dabei werden Sporen aufgewirbelt.
- Befallene Materialien, die sich nicht reinigen lassen, entfernen statt überdecken.
Quelle: Umweltbundesamt – Schimmel. Dort finden Sie auch den ausführlichen Ratgeber „Schimmel im Haus“.
Wann ein Fachbetrieb ran sollte
Professionelle Hilfe ist sinnvoll, wenn
- die befallene Fläche größer ist oder der Schimmel tiefer in Putz, Tapete oder Dämmung sitzt,
- der Befall immer wiederkommt,
- die Ursache unklar ist oder
- im Haushalt Menschen mit Allergien, Atemwegserkrankungen oder geschwächtem Immunsystem leben.
Ein Malerbetrieb mit Erfahrung in der Schimmelsanierung entfernt den Befall fachgerecht, sucht mit Ihnen nach der Ursache und berät Sie, wie Sie einem neuen Befall vorbeugen.
Warum Überstreichen nicht hilft
Normale Wandfarbe auf Schimmel zu streichen, verdeckt das Problem nur für kurze Zeit. Der Pilz wächst unter dem Anstrich weiter und schlägt wieder durch. Spezielle Farben können nach einer fachgerechten Sanierung sinnvoll sein – sie ersetzen aber nie die Beseitigung der Ursache.
So beugen Sie vor
- Stoßlüften statt Dauerkippen: Mehrmals am Tag die Fenster für einige Minuten weit öffnen.
- Nicht auskühlen lassen: Auch selten genutzte Räume moderat beheizen.
- Abstand halten: Möbel nicht direkt an kalte Außenwände stellen.
- Feuchtigkeit messen: Ein einfaches Hygrometer zeigt, wann gelüftet werden sollte.
Kurz zusammengefasst
- Ursache klären – ohne trockene Wand keine dauerhafte Lösung.
- Kleinen, oberflächlichen Befall nur mit Schutz selbst entfernen.
- Bei größerem oder wiederkehrendem Befall einen Fachbetrieb hinzuziehen.
- Mit Lüften und Heizen vorbeugen.