Ratgeber · Fassadengestaltung
Fassade streichen: Woran Sie erkennen, dass es Zeit wird
Eine Fassade altert langsam – und genau deshalb wird der richtige Zeitpunkt für einen neuen Anstrich oft verpasst. Mit ein paar einfachen Blicken und Tests wissen Sie, woran Sie sind.
Fünf Anzeichen, die Sie ernst nehmen sollten
- Die Farbe kreidet. Wischen Sie mit der flachen Hand über die Wand. Bleibt farbiger Staub an der Hand, ist das Bindemittel verwittert.
- Der Anstrich blättert ab. Abplatzungen lassen Wasser an den Putz – und von dort ins Mauerwerk.
- Es zeigen sich Risse. Feine Haarrisse sind oft harmlos, breitere Risse sollten vor dem Streichen beurteilt werden.
- Grüne oder dunkle Beläge. Algen und Pilze siedeln sich gern an Wetterseiten und schattigen Flächen an.
- Die Farbe ist verblasst oder fleckig. Rein optisch – aber oft ein Hinweis, dass die Schutzwirkung nachlässt.
Ein einfacher Haftungstest
Kleben Sie ein Stück kräftiges Klebeband fest auf den Anstrich und ziehen Sie es ruckartig ab. Bleibt Farbe am Band hängen, haftet der Altanstrich nicht mehr ausreichend. Dann muss er vor dem neuen Anstrich zumindest teilweise entfernt oder fachgerecht vorbehandelt werden.
Welche Fassadenfarbe passt?
Die Wahl hängt vor allem vom Untergrund und vom vorhandenen Anstrich ab:
| Farbsystem | Typische Eigenschaften |
|---|---|
| Silikatfarbe | Mineralisch, verbindet sich mit mineralischen Untergründen, sehr diffusionsoffen |
| Silikonharzfarbe | Wasserabweisend und trotzdem diffusionsoffen, vielseitig einsetzbar |
| Dispersionsfarbe | Vielseitig, gut zu verarbeiten, je nach Produkt weniger diffusionsoffen |
Wichtig ist, dass neues und altes System zueinander passen. Eine reine Silikatfarbe etwa haftet nicht ohne Weiteres auf einem alten Dispersionsanstrich.
Dunkle Farben auf gedämmten Fassaden
Bei Fassaden mit Wärmedämm-Verbundsystem geben Hersteller häufig einen Mindest-Hellbezugswert vor. Der Grund: Sehr dunkle Farbtöne heizen sich in der Sonne stark auf, was das System belasten kann. Wer eine kräftige oder dunkle Farbe möchte, sollte das vorher prüfen lassen.
Was vor dem Streichen geklärt sein sollte
- Gerüst: Für Fassadenarbeiten ist in der Regel ein Gerüst nötig.
- Wetter: Regen, Frost und pralle Sonne sind beim Streichen ungünstig. Die genauen Grenzen stehen im technischen Merkblatt der Farbe.
- Vorgaben der Gemeinde: In Ortskernen, Sanierungsgebieten oder bei Denkmalschutz können Farbvorgaben gelten.
- Nachbarn: Wenn das Gerüst aufs Nachbargrundstück reicht, rechtzeitig Bescheid geben.
Kurz zusammengefasst
Kreidende, abblätternde oder rissige Farbe ist ein Signal, nicht länger zu warten. Ein guter Fassadenanstrich beginnt immer beim Untergrund – und beim passenden Farbsystem.